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Mercedes SL63 Fahrbericht


Es gibt Autos, die so richtig Spaß machen. Der SL63, den es seit der SL-Modellpflege gibt, gehört zu den Top-Favoriten. Motor und Fahren: Mit 525 PS (ohne Zwangsbeatmung, rein aus dem Sauger) ist das Fahrzeug mit seinem GEwicht von knapp unter 2 Tonnen ausreichend motorisiert Nach dem Einschalten blinkt die Öltemperatur, bis sie einen für den Fahrbetrieb motorschonenden Wert erreicht hat. Eine praktische Hilfe, den Motor zu schonen. Das AMG driver Package führt (leider) nur zur Vmax-Anhebung auf 280km/h (Obwohl die Y Reifen durchaus bis 300km/h freigegeben sind. Am Sonntag morgen auf einer geraden Strecke dreispurigen Autobahn so gut wie ohne Verkehr wäre da mehr drin gewesen. Bei höheren Geschwindigkeiten empfiehlt sich ohnehin die Dämpfereinstellung „Sport“. Dann wird der SL zwar ziemlich hart, saugt sich aber quasi an die Fahrbahn. Ich habe mich auch bei hohen Geschwindigkeiten sicher gefühlt. (Gut, im normalen Staßenverkehr tritt dieser Umstand eher selten ein, dass so wenig Verkehr bei schönem Wetter auf gerader Strecke 3spurig eintritt 😉 ) Für eine artgerechte Haltung gibt es hier jedoch zu wenig Rennstrecken in der Umgebung. Für den normalen Fahrbetrieb ist die normale Dämpferregleung sehr komfortablel. Da ist jeder normale Audi und BMW fürchterlich hart gegen – und das obwohl der SL die 19″-Räder und ohnehin eine Tieferlegung und ein Sport-Fahrwerk hat. Das Kurvenverhalten ist wie beim Go-Cart. Da der Tacho bis 320 geht, muss man schon höllisch aufpassen, welche Geschwindigkeit man fährt. AB-Abfahrt mit 100km/h ist bei anderen Autos schon grenzwertig – hier merkt man es kaum (die Grenzen der Physik sollte man jedoch im Auge behalten). RACE START: Aufgrund günstiger Verkehrsbedingungen (breite Ausfallstraße ohne jeglichen Verkehr, Tempo 100, Auto und Reifen warmgefahren) habe ich mich vorhin mal getraut, die RS (Race start) Funktion zu testen. Erstmal: ESP auf Sport (klingt gefährlich, ist es aber unter o.g. Bedingungen nicht) Dann rechten Fuss auf die Bremse, den Drehregler auf RS, rechte Schaltwippe, Gas durchtreten (Motor heult bis ca. 4kUPM auf) Bremse loslassen. Phänomenal – und das ohne quietschende Reifen – es hat mic in den Sitz gedrückt. So muss das gewesen sein, als bei Formel1 die launch control noch zulässig war… Macht riesig Spaß. Verbrauch: Wer denkt bei so einem Auto an Verbrauchswerte? Das Einzige was auffällt – der 80l-Tank reicht im Mischbetrieb gerade mal für knapp 400km. Super Plus ist Pflicht wie bei allen AMG Motoren – also kann man überall außer bei Shell und Aral tanken. Ich verbrauche mit meinem CLK 13 Liter/100km, für 219PS mehr und 200kg mehr nimmt sich der SL63 nur rund 7l/100km mehr. Das ist aus meiner Sicht ok, wenn man bedenkt, dass so ein Cayenne Turbo rund 38l/100km verbraucht. Sound: Allemal angenehmer als bei Porsche oder beim M6, allerdings für meinen Geschmack zu laut und zu aggressiv. Am Besten nicht am Sonntag oder nachts in einem Wohngebiet anlassen und herzhaft Gas geben, ansonsten wachen alle auf. Insbesondere, wenn man schnell Gas wegnimmt, hört sich das an als ob der Motor sich verschluckt. Bei normalen Drehzahlen und im Cruise-Betrieb aber ein herrliches Blubbern wie bei amerikanischen V8 🙂 Komfort: Zu der Heizung und Lüftung haben die Sitze nun auch AirScarf (wie schon vom SLK bekannt, aber effektiver und mit mehr Dampf). Ansonsten alles wie vor der Modellpflege. Ja, die neuen Leuchten gefallen mir persönlich nicht, die runde Form vorher fand ich viel besser. Zumindest ist die Mittelstrebe im Kühler hier in Wagenfarbe lackiert und sieht nicht ganz so nach Opel aus wie bei den anderen SL-Modellpflege. Wenn man ins Parkhaus fährt, sollte man das Auto vorher hochpumpen, denn der gefühlte Abstand zum Boden ist sehr gering. Aber dafür gibt es ja die Taste mit den 2 LED 🙂 ILS ist wirklich klasse, eine Kombination aus Kurvenlicht, Abbiegelicht und adaptiver und Situationsabhängiger Leuchtweitenregulierung. Die Nacht wird zum Tag. Distronic: Ist auch leider noch die alte (von 30-180km/h, Taste mit 10er-Schritten rauf/runter und in 1er-Schritten rauf) KI (Kontrollinstrument/Tacho): Das weisse hintergrundbeleuchtete KI ist hervorragend abzulesen – viel besser als vor der Modellpflege. Allerdings bleiben die beiden Mini-TFTs in den KI-Ringen nachwievor zu klein. Auch das Bedienkonzept wurde nicht auf die vereinfachte Version mit Cursortasten (BR 221,216,204) verbessert. Linguatronic und Entertainment: Zu dem Thema habe ich mich ja schon ausführlich ausgelassen. Linguatronic ist zu langsam, gleichwohl die Erkennung der Sprache gegenüber der Box-Version von früher verbessert wurde und man nun Straßen nicht mehr buchstabieren muss. Das Navi ist ok, allerdings schlechter als in BR204, obwohl es auch von Festplatte liest. Die Anweisung sind zT missverständlich (wenn man geradeaus fahren soll, heisst es, halb rechts fahren und Dauersperrungen von Abfahrten kenntdas Navi nicht – im Gegensatz zum NTG2) Bluetooth ist ein ganz fürchterliches Thema, denn das NTG 2.5 Comand von alpine unterstützt als einziges Navi im Hause Mercedes KEINE Windows Mobile Telefone. Jedem sei dringend zu raten, Komforttelefonie mitzubestellen und eine Ladeschale mit einem einfachen Zweithandy mit Ultracard im Auto zu betreiben. Im SL63 ließ sich mein uraltest Siemens S55 mit Ladeschale hervorragend betreiben. Adressbuch: Zwar können über SD-Card oder Bluetooth Adresskarten ins Comand übertragen und dort gespeichert werden, die Programmierer haben aber nicht zuendegedacht und lassen nicht zu, dass man diese importierten Adressen auch navigiert. Stattdessen muss man die Adresse erneut ins Navi eingeben, speichern und kann sie dann dem Adressbucheintrag zuordnen… Wer denkt sich son Quatsch aus?? Mein persönliches Fazit: Der SL63 ist ein Auto, was süchtig macht! Einmal eingestiegen möchte man nicht mehr raus 😀 Im Gegensatz zum zwangsbeatmeten 5.5l Vorgänger ist der 6.2l Motor wesentlich harmonischer – das zeigt auch die 7G-Tronic. 7 Gänge sind deutlich besser als 5. (edit: 08.12.2013 15:04:25) (Post ID:813)

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