Icon für Kategorien Reise

Reisebericht: Australien Melbourne individuell und Neuseeland 2002 – Teil 2


…Die Häuser viktorianischen Stils wurde jedoch zum größten Teil Mitte der 60-70er Jahre zugunsten erdbebengeschützten Industrie-Zweckbauten ersetzt. Es bleibt eine Hauptstadt mit ca. 280.000 Einwohnern mit wenig Flair übrig.

Der Mittwoch führt uns aus Wellington heraus (es regnet nicht mehr, ist aber immer noch bewölkt) vorbei an Wiesen und landwirtschaftlich genutztem Flachland in eines der ältesten Naturschutzgebiete über die Desert Road (hier sieht es dank Nebel gespenstisch aus) zum Taupo-See. An einem Tag drei Wetterzonen, denn hier zeigt sich wieder die Sonne. In dem Gebiet gibt es noch drei aktive Vulkane. Die Fahrt endet nach einem Abstecher in ein Geo-Thermal-Kraftwek (8% der Energie Neuseelands werden thermal erzeugt) in Rotorua. Rotorua ist eine Art kulturelles Zentrum, in dem so etwas wie Mauri-Kultur konserviert und touristenmäßig aufbereitet wird.

Donnerstag: Es gibt im Umland eine Farm – die Rainbow-Farm – die lebende Kiwis und allerlei anderes Getier in einer Art Zoo hält. Dazu wird eine kleine Show gezeigt, in der der Farmer bzw. sein Team zeigen, wie man Schafe schert, die Arbeit der Hauntaway und der Shepherd heading dogs wird gezeigt und das Milch- und Rindviech. Auch sehr interessant ist der Besuch im Geyserland Area, wo es einige aktive Geysire und Schlammgruben und heiße Pools zu bestaunen gibt. Der Abend wird durch eine Aufführung des einheimischen Maori-Rituals mit Begrüßung, Essen aus dem geothermischen Steinofen (Hangi) und einem Konzert in polynesischer Tradition.

Freitag: Weiter geht die Fahrt nach Auckland, der einzigen Millionenstadt Neuseelands, auf einer Meerenge, die an der schmalsten Stelle 1,5km breit ist, gelegen. Hier findet auch der Americas Cup und der Louis Vuitton Cup für alle Segelfreunde statt. Im Moment laufen die Vorausscheidungen zu letzterem. Leider ist bei unserer Ankunft Auckland im Nebel, bei der Stadtrundfahrt klart es aber auf und gegen Nachmittag kommt wieder die Sonne heraus 🙂 Das Wahrzeichen der Stadt und gleichzeitig höchstes Gebäude der Südhalbkugel der Erde ist der Sky Tower. Das Sky City Hotel gehört mit zum Komplex. Es hat eine ähnliche Architektur wie das Grand Hyatt in Berlin.

Das Wochenende beginnt mit einer kleineren Reisegruppe (die erste Hälfte verläßt uns in Richtung Australien), Tourguide und Busfahrer bleiben gleich. Es geht nach Norden, zum Kaori-Museum, das anschaulich und informativ die Verarbeitung und Geschichte des Kauri- und Kauri-Hard-Abbaus veranschaulicht. Einige große Exemplare und die weltweit größte Harz (aka Bernstein) Sammlung ist zu sehen. Weiter geht es zum größten noch lebenden Kauri-Baum (13m Durchmesser !) durch den geschützten Kauri-Wald nach Waitangi. Dort wurde der historische Vertrag von Waitangi geschlossen, der das Zusammenleben zwischen britischen Siedlern und den Einheimischen Maori regeln sollte. Von dort aus ist es ein Katzensprung nach Paihia (einem beliebten Badeort an der Küste der Bay of Islands)

Der Sonntag steht für eine weitere Etappe von knapp 500 km. Es geht zur Nordspitze (Cape Reinga). Dort stoßen Tasman-See und Pazifik aneinander. Es ist neblig und raue See. Ein Zwischenstopp führt uns zum Historic Kauri Treppenhaus (ein Kauri-Baum mit ca. 6m Durchmesser mitten im Haus ist ausgehöhlt und enthält eine Wendeltreppe – alles aus einem Baum geschnitzt). Von Cape Reinga aus geht es an der Westküste zurück. Hier gibt es ein riesiges Areal mit Treibsand und einige Wanderdünen. Auf einer der Dünen packen wir die mitgebrachten Surfbretter aus und lassen uns mit Affenzahn die Dünen heruntergleiten. Viel Fun, völlig ungefährlich, da genügend Auslaufzonen und keine Steine/Büsche im Weg. Der Aufstieg ist jedoch immer ziemlich entkräftend. Nachher sind alle vom Sand gepudert. Da es zuvor geregnet hatte, gleiten die Boards noch schneller und es staubt nicht so. Da der Bus ein Geländegängiger Bus mit Wasserabdichtung ist, fahren wir nun den 90 mile beach (der nur 67 miles lang ist) teils auf dem Strand, teils durchs Wasser entlang. Dort gibt es den Hole rock (ein kleines Exemplar)  und den Bluff zu sehen, wo Lavamassen ins Meer geflossen sind.

Montag ist der letzte Tag der Neuseelandrundreise. Es beginnt mit einer Schiffstour durch die Bay of Islands. Dabei fährt das Boot durch den „Hole in a Rock“ Felsen und wir beobachten einige (ca. 20-30) Delphine, die das Boot begleiten. Zurück geht es dann vorbei am einzigen Hundertwasser-Klo (Hundred Water-Loo – Friedensreich (hier: Frederick) Hundertwasser hat hier zeitweise gelebt) nach Auckland. Die Tour endet zwar hier am Dienstag nach dem Frühstück, mein Flug geht aber erst Mittwoch Nachmittag. Zeit, Auckland etwas näher kennen zu lernen.

Kommen wir zum Dienstag: Zunächst einmal steht (Taxi 10 NZ$) ein Museumsbesuch im War Memorial Museum an. Für 5 NZ$ Eintritt kann man hier eine riesige Sammlung von kunsthistorischen und naturbezogenen Objekten aus Neuseelands Geschichte ansehen, sowie Relikte aus allen Kriegen, an denen Neuseeländer im Rahmen von ANZAC Missionen beteiligt waren. Das Museum wurde etwa 1930 als Denkmal in der Domain Auckland, einem großen Park errichtet. Eine alte Müllverbrennungsanlage in Hafennähe wurde zu Lofts und Shops umgebaut und total renoviert, der  Victoria Market. Man kann ihn zu Fuss vom Memorial Museum erreichen (ca. 2 km). Von dort aus steht die K-Road auf dem Programm, die allerdings an Glanz verloren hat :(. Von dort aus fahre ich mit dem Taxi zum MOTAT, einem Technik-Museum, das aus der technischen Sicht die Geschichte Neuseelands begleitet und auch zahlreiche neuseeländische Erfindungen zeigt.

Mittwoch, nach einem Besuch auf dem Sky Tower und Panoramafotos fährt ein Hotel-Shuttle für 20 NZ$ zum Flughafen. Nachmittags geht es dann nach zunächst wieder nach Melbourne. Dort mit dem Sky-Bus (13 AU$) ins Zentrum zum Hotel.

Der Donnerstag steht noch zum Besichtigen der Sehenswürdigkeiten in Melbourne zur Verfügung (auf dem Hinflug war dafür keine Zeit). Melbourne, die Stadt, in der JEDE Straße der Innenstadt von Bäumen gesäumt ist ! Wieder einmal scheint die Sonne :). Es gibt zahlreiche alte Gebäude, die man kostenlos mit der Circle Tram, einer historischen Straßenbahn erfahren oder/und zu Fuß erlaufen kann. Dazu einen riesigen Grüngürtel und einige Olympische und neuere Sportanlagen (hier finden schließlich das Formel1-Rennen rund um den Albert Park und das Grand Slam Tennis-Turnier statt. Ein Gefängnis wurde zu einem Museum umgebaut und erzählt die Geschichte und Situation der Gefangenen (Interessant für jeden, der noch kein Gefängnis von innen gesehen hat). Am frühen Abend fliegt Lauda Air dann wieder nach Wien und Austrian Airlines nach Düsseldorf, wo die Reise am Freitag endet. Mit dem Auto gehts nach Hause.

(Post ID:1234)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.