✨ Zwischen Serverräumen und Sternen ✨
Der letzte Arbeitstag des Jahres war angebrochen, und die IT‑Abteilung schien in einen seltenen Zustand kosmischer Harmonie eingetreten zu sein. Die Serverräume brummten leise, als würden sie ein Schlaflied summen, die Lüfter rauschten wie ein entspannter Winterwind, und selbst die rote Warnlampe am Backup-Server glimmte heute nur in einem beruhigenden, gemütlichen Orange.
Tom, erfahrener Administrator, lebende Firewall gegen Chaos und Erfinder des inoffiziellen Abteilungs-Mottos „Ein Kaffee pro Störung“, schob seinen Bürostuhl zurück und streckte sich. Wie jedes Jahr wollte er noch einmal „die Runde drehen“.
Ein Ritual – und heimlich sein liebster Moment im Dezember.
Er nahm seine Tasse, in der sich nur noch ein einsamer Schluck kalter Kaffee befand, und wanderte zwischen den Reihen blinkender Geräte hindurch. Wenn man wie Tom lange genug in der IT arbeitete, sah man in Servern Gesichter. Manche freundlich, manche mürrisch, je nachdem wie fehlerfrei sie liefen.
Auf seinem Monitor im Büro erschien plötzlich ein neues Icon:
„Jahresendbericht – automatisch generiert“.
Tom runzelte die Stirn. Das hatte er definitiv nicht programmiert.
🎇 Ein Bericht der besonderen Art
Er öffnete die Datei – und erwartete, wie jedes Jahr, trockene Zahlen darüber, wie viele Tickets gelöst worden waren, wie viele Updates erfolgreich liefen und wie oft jemand gefragt hatte, ob das Internet „heute langsamer ist“.
Doch stattdessen erschien ein Fenster mit einer ungewöhnlichen Botschaft:
„Hallo Tom.
Danke für ein Jahr voller Geduld, Humor und Kaffee.
Danke für die Nächte, die du wach warst, damit andere schlafen können.
Danke für das Chaos, das du ordnest, bevor es jemand bemerkt.Dieses Jahr möchten wir dir etwas zurückgeben.“
Tom setzte sich langsam, als hätte der Stuhl ihn selbst herangezogen.
Der Bildschirm leuchtete heller – und dann begann sich Text Zeile für Zeile aufzubauen.
💻 Wünsche für das neue Jahr (vom System selbst)
- Stabile Server, die dich sonntags ignorieren
- Backups, die immer frisch und niemals gebraucht werden
- User, die Screenshots machen, bevor sie „Es geht nicht“ sagen
- Updates, die nicht mitten in der Präsentation beginnen
- Schnittstellen, die zusammenarbeiten wie beste Freunde
- Firewall-Regeln, die niemand hinterfragt
- Dokumentationen, die tatsächlich existieren
- Projekte, die realistisch geschätzt werden
- Und vor allem: Zeit für dich selbst
- Zeit zum Lernen, Denken, Atmen, Staunen
Tom grinste. „Schön wär’s“, murmelte er – aber irgendwie fühlte sich das alles warm und echt an.
🌟 Ein kleiner IT‑Vorsatz
Gerade als er das Fenster schließen wollte, erschien eine letzte Zeile:
„Vergiss nicht: Auch Admins brauchen Updates.
Lade dir 2026 unbedingt ein paar herunter.“
Tom lehnte sich zurück. Dieser eine Satz war besser als jeder Workshop zur Work‑Life‑Balance.
Aber etwas irritierte ihn: Wenn ER das nicht geschrieben hatte – wer dann?
In diesem Moment klopfte es an seiner Bürotür.
Es war Jana, die Netzwerkexpertin, die mit Kabeln sprach, als wären es Haustiere.
„Du, Tom…“, begann sie, „mein Monitor hat gerade etwas gesagt. Ich glaube… ich glaube, unsere Systeme schicken uns Neujahrswünsche.“
Tom lachte. „Ach wirklich?“
„Ja! Da stand: ‚Danke, dass du uns dieses Jahr nicht umkonfiguriert hast, als wir mal kurz gezickt haben.‘ Sehr verdächtig.“
Wenig später kam auch Mehmet, der Mann fürs Monitoring, der immer behauptete, er könne an der Farbe einer Statuslampe erkennen, ob eine VM schlechte Laune hatte.
„Bei mir kam auch so ein Fenster. Ziemlich poetisch. Fast schon unheimlich poetisch.“
Und dann stand die ganze Truppe im Raum – alle mit derselben Geschichte.
🎆 Ein neues Jahr voller Möglichkeiten
Kollektives Schweigen.
Kollektives Staunen.
Und dann – kollektives Lachen.
„Vielleicht hat unser System endlich Bewusstsein entwickelt“, schlug Jana vor.
„Dann haben wir ein Problem“, sagte Mehmet. „Ein System mit Selbstbewusstsein fordert bestimmt bald Urlaub.“
Tom schüttelte den Kopf und sah noch einmal auf sein Display.
Vielleicht war es ein Easter Egg eines Tools.
Vielleicht ein unerwarteter Beitrag eines Kollegen.
Oder vielleicht… wollte das System selbst einfach mal Danke sagen.
Als sie gemeinsam das Büro verließen, legte sich draußen der Abend über die Stadt.
Der Himmel war klar, und die Sterne funkelten wie Status-LEDs im Universum.
Tom blieb kurz stehen und sah nach oben.
„Weißt du“, sagte er zu Jana, „eigentlich ist IT manchmal wie ein Sternenhimmel. Man sieht nur die Lichter, die funktionieren – und ahnt kaum, wie viel Arbeit dahintersteckt.“
Jana nickte. „Und solange wir dafür sorgen, dass sie weiter leuchten, wird’s ein gutes Jahr.“
Tom lächelte.
Das neue Jahr lag vor ihnen wie ein frisch gepatchtes System:
stabil, sicher, neugierig – bereit für alles, was kommt.
Frohes neues Jahr – an alle, die die digitale Welt jeden Tag ein Stück besser machen. 🚀✨

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