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Azure Windows virtual Desktop meist günstiger als Terminalserver

Wer keine neue Server #Hardware [1] kaufen und BSI konform im eigenen Haus betreiben möchte, kann die benötigte Hardware und das Drumherum bei Microsoft mieten. Die Plattform heißt: Microsoft Azure.

RDS- oder Terminalserver (bzw. Citrix-) Farm

Bisher hat man dazu entweder schon Terminalserver eingesetzt oder eingeführt, damit der Zugriff auf die per Internet-VPN erreichbaren Dienste auch bei schwächeren Leitungen performant bedienbar waren. In #Azure [2] (bzw. bei aktuellen Betriebssystemversionen spricht man von #RDS [3] (Remote Desktop) Diensten.

Zum Betrieb der Dienste muss man also einen oder mehrere Windows Server mit RDS Diensten anmieten. Über einen Session Broker erfolgte die Verteilung der Sessions.

Als Betriebssystem kommt ein Multi-Session fähiges Windows Server Betriebssystem zum Einsatz (das ebenfalls monatlich bezahlt werden muss).

Zusätzlich wird pro User eine Remote Desktop Zugriffslizenz benötigt – beim Betrieb unter Azure mit Software-Assurance.

Alternativ kann man eine VDI Infrastruktur aufbauen und Windows Desktop-Betriebssysteme virtuell vom Server betreiben oder streamen, die aber wiederum eine Software-Assurance über ALLE Lizenzen erfordert.

WVD oder Windows virtual desktop

Der Windows Virtual Desktop Service wird hierbei aus der Cloud bezogen und ausgeführt. Der Administrator lizensiert und konfiguriert einen sogenannten WVD-Pool und gibt wie üblich die Nutzungszeit (Stunden pro Monat) an. Für Arbeiten ausserhalb der Kernzeit kann ebenfalls eine Anzahl von Maschinen bereitgestellt werden. Um die notwendige Hardware dahinter kümmert sich Microsoft. Man mietet also keine drei Terminalserver an, sondern z. B. 40 WVDs.
Azure stellt Windows 10 Business oder Enterprise (Multisession, das gibts nur in Azure) zur Verfügung. Der Zugriff erfolgt über das RDP Protokoll.

Der Administrator muss also – wie bei Terminalservern, die Software für alle Clients – wie beim Terminalserver pro Pool nur einmal installieren.

Außerdem spart man die RDP-Zugriffslizenzen.

Die Lizenz für das verwendete Betriebssystem muss über einen passenden Microsoft 365 Plan bereit gestellt werden.

Voraussetzungen

Damit das Ganze funktioniert, werden folgende Dinge benötigt:

* Ein Microsoft Azure Tenant für das Unternehmen

* für jeden User eine Microsoft 365 Business Premium Lizenz (enthält Exchange Online Postfach, Office und erweiterten Virenschutz und mehr… – Alternativ kann ein E3 Plan eingesetzt werden, aber !Achtung! Microsoft 365 E3 und nicht Office 365 E3! Nur der Microsoft 365 E3 Plan erlaubt WVD)

* Office muss eingerichtet sein und das Active Directory mit dem Azure-AD synchronisiert.

* Windows Virtual Desktop Pool muss in Azure lizensiert (gemietet) und konfiguriert werden. Hat man mehrere Anwendungsszenarien, legt man mehrere Pools an (Beispiel: Desktops mit Office Nutzung und Desktops ohne.

* Andere Azure Server für die restliche Infrastruktur (DC, Print, File, SQL, Service Tiers, Archivserver…)

Zugriff von überall

Ähnlich wie Exchange online sind #WVD [4] Desktops von überall im Internet erreichbar. Die notwendigen Gatewaydienste stellt Microsoft zur Verfügung.

Zur Absicherung (Mehr-Faktor-Authentifizierung) kann die Microsoft Authenticator App benutzt werden. Alternativ kann (und wird in den meisten Umgebungen) die Azure vpn Einwahl zusätzlich genutzt.

Kostenbetrachtung 40 User Beispiel, Listenpreise

Wer ohnehin Microsoft Office und ein Exchange Postfach benötigt, für den ist WVW günstiger als der Betrieb von Terminalservern in Azure. Dabei kostet ein Pool für das Rechenbeispiel mit 40 Usern etwa das gleiche, wie ein Terminalserver.

Für 40 User braucht man aber mindestens 2 Terminalserver und für jeden User auch nochmal eine RDP User CAL mit Software Assurance:

* Wenn ein typischer Terminalserver rund 450 € kostet pro Monat (also 2 für die 40 User mit 900€pm), die RDS-Cal 130 € + 30€ pro Jahr (6.400€ im ersten, 1200€ in den Folgejahren), liegt eine typische WVD-Umgebung etwa bei 550 € pro Monat. (Preisangaben ohne Gewähr. Genaue Details müssen ermittelt werden)

Fazit

WVD ist in vielen Fällen die bessere Lösung. Weil ein WVD Desktop ebenfalls das RDP Protokoll verwendet und eine Multi-User-Umgebung ist, gelten die gleichen technischen Voraussetzungen und Einschränkungen wie bei klassischen Terminalservices.
Vereinzelt (sehr selten) wird es Software geben, die feststellt, dass Multiuser-Betrieb unter Client Betriebssystem stattfindet und nicht funktioniert. In dem Fall sind die Hersteller gefragt – oder aber man setzt doch einen Terminalserver auf.

(Post ID:1466, erstellt am: 27.10.2020 14:25:49 von: Patrick Bärenfänger)

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[2] #Azure: https://wp.pbcs.de/tag/azure/

[3] #RDS: https://wp.pbcs.de/tag/rds/

[4] #WVD: https://wp.pbcs.de/tag/wvd/